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Eine
Morete-Palme. Sie wird später Früchte tragen, die Tiere anziehen. Insgesamt
kennt man im Amazonas 700 Palmenarten. 
Die
Früchte ziehen viele Tiere, wie Affen und Vierbeiner auf dem Boden sowie
Papageien an. Unser Ziel ist es, möglichst viele Tiere anzulocken.

Oben: Ein Ceibo,
er wurde vor zwei Jahren gepflanzt. Unten: Der gleiche Ceibo. Als
Schutz vor gefrässigen Tieren gibt es viele Stacheln am Stamm. 

Dieser
Balsa-Baum ist ebenfalls nur zwei Jahre alt, aber als schnell wachsender Weichholz-Baum
schon viel höher als der Ceibo. |

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WiederaufforstungDas
Folgende ist nicht wissenschaftlich, beruht jedoch auf praktischen und echten
Erfahrungen. Wir freuen uns jedoch ausserordentlich, wenn Wissenschaftler und
interessierte Laien ihre Erfahrungen mit uns teilen. Ziel war es, jene zwei
kleineren Landstücke, die vor Jahren für Kaffeeanbau und Weiden gebraucht
wurden, wieder in Primärurwald umzuwandeln. Ein Fachmann des «Ministerio
del Medio Ambiente» (Umweltministerium) gab uns einige Ratschläge.
Wir experimentierten da und dort, aber erfolglos. Das Problem war auch nicht dringend,
da die weitere Umgebung ohnehin aus Primärurwald bestand. Dann machten
wir erstaunliche Erfahrungen die Natur löst das Problem selbst
«Unser» Fluss, der nur zirka 80 m breit war, verbreiterte sich jedes
Jahr. Inzwischen ist er 160 m breit. Dies, weil es weiter oben am Ostabhang der
Anden (aber nicht bei «uns» in der Aramacao-Lodge unten) mehr regnet.
Der Fluss bringt gewaltige Mengen an Wasser er musste einfach breiter werden.
Zudem besteht der Boden des Urwaldes aus unterschiedlichen Schichten. Eine Schicht
ist lehmig, diese setzt dem Wasser relativ viel Widerstand entgegen. Die nächste
Schicht ist sandig, sie wird leicht abgetragen. So verschwand bei uns die Front
am Fluss, 50 Meter sandige Erde wurde entlang des Flusses weggespült. Einige
Jahre später wird der Fluss vielleicht wieder eine neue lehmige oder sandige
Schicht bringen, einen Hügel, eine Sandbank oder eine Insel. Stabil ist nichts. Die
frühere Weide war innert drei Jahren von Cecropias (Moraceae) überwachsen.
Cecropias umfassen schnell wachsende Weichholz-Bäume, wie zum Beispiel Balsa-Bäume,
welche riesige Blätter haben. Die Blätter fallen hinunter und ersticken
das Gras und die alten Kaffebäume. Hier half die Natur viel schneller als
erwartet. Ein Gang durch den Cecropia-Wald mit unserem Führer Juan und dem
Indianer Nelson zeigte Interessantes. Zwischen den Cecropias wuchsen bereits wieder
edle «Primarios», zwar noch klein, manche aber doch schon 6 m hoch.
Das Land hatte über Jahrzehnte Samen gespeichert und die Vögel hatten
mit ihrer Art Düngung das Ihre beigetragen. Der alte Reichtum des Urwaldes
startete von Neuem. Auf unserem Rundgang entdeckten wir Ceibos, Igeron, Morete,
Capirona, Bambus und viele weitere Bäume. Nun war es Zeit, die Cecropias
auszulichten, so dass die Primarios schneller wachsen konnten. Wussten
Sie, dass zum Aufforsten Wind gehört? Besonders interessant war für
mich auch die Erklärung des Indianers, dass bestimmte Bäume «ventilation»
(= Wind) benötigen. «Primarios» gedeihen unter Umständen
nicht, selbst wenn sie genügend Licht haben, bis man eine Schneise aus dem
Wald so schneidet, dass Wind durch die Blätter der «Primarios»
weht. Vor vier Jahren starteten wir ein Experiment zusammen mit einem Secoya-Indianer,
der bei uns als Führer arbeitet. Er schlug vier Meter breite Schneisen in
den Sekundärwald, der die frühere Kaffeeplantage abgelöst hatte,
und pflanzte einige «Primarios» *) wie Igeron, Morete, Chonta, Cedro,
Lauarel, Pambill, Ceibos und Soho an. Dank der Schneisen zwischen den hohen
Bäumen ist es möglich, den Sonnenschein zu regulieren. Am Anfang ist
die Schneise nur drei Meter breit, die Jungbäume erhalten noch wenig Sonnenschein.
Später, wenn Sie grösser werden, wird man die Schneisen verbreitern,
weil die Jungbäume mehr Sonne vertragen, und nach drei bis fünf Jahren
wachsen sie ohnehin über den Sekundärwald hinaus. Der SecoyaIndianer,
der in den Schneisen angepflanzt hatte, war erfolgreich. Die zarten Pflänzchen
waren innert zwei bis vier Jahren gewaltig gewachsen, einige waren sechs Meter
hoch, andere hatten sich zu 15 Meter hohen, dicken Urwaldbäumen entwickelt.
*) Primarios sind im Wortschatz der Amazonas-Indianer alle
edlen Bäume des Primärurwaldes, das heisst Hart- und Weichholzbäume.
Für die Bäume wähle ich bewusst jene Namen, die im Amazonas verwendet
werden.
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