Usbekistan und Kirgisistan, Reisebericht von Ursula Trunz, 2023

0
Price
Price
17. April 2024

Proceed Booking

Save To Wish List

Adding item to wishlist requires an account

2087

Newsletter - unverbindlich und gratis

    Reisekalender

    Übersicht aller Intertreck-Reisen, sortiert nach Datum

    finden Sie hier

    Reisegarantie

    Haben Sie Fragen?

    Melden Sie sich über unser Kontaktformular oder untenstehende Kontaktinformationen:

    Intertreck AG
    Haselstrasse 15, 9014 St. Gallen, Schweiz
    Telefon Schweiz 071 278 64 64
    Telefon internat. +41 71 278 64 64
    info3@intertreck.com

    Immer und immer wieder habe ich geträumt von jenem fernen Sandplatz. Er ist fast 5000 Kilometer von der Schweiz entfernt. Er wird nicht von Meereswellen umschäumt, sondern liegt mitten in einer hektischen, lärmigen Stadt. Der Verkehr auf den Hauptachsen ist chaotisch, nichts für schwache Nerven, die Quartierstrassen wenige Meter daneben sind provinziell, mit Schlaglöchern und Leitungen, die wirr hängen wie un-
    gekämmtes Haar. Die Stadt heisst Samarkand, und vor wenigen Monaten, an einem Dienstag im Juni 2023, bin ich endlich auf ihrem Sandplatz gestanden.

    Mir kamen, was ich selber nicht erwartet hätte, die Tränen, als ich den Registan, eben den Sandplatz mit seinen drei Koranschulen, seinen drei Medresen, endlich mit eigenen Augen erblickte. Es war Abend, der Tag dämmerte bereits in die Nacht hinein und war von einer stummen Klarheit, die nichts mehr von der Hitze des Sommers hatte. Jedes Staubkorn, das im Treiben der Stadt aufgewühlt worden war, schien sich sanft gesenkt und hingelegt zu haben. Damit nichts das erhabene Bild der drei Medresen trüben könne. Damit sich der Himmel im ehrlichsten und unendlichsten Dunkelblau, das sich der Mensch vorzustellen vermag, über die monumentalen Bauten wölbe.

    Ich hielt mir die Hand vor den Mund, weil ich mein Erstaunen ob all dieser Pracht sonst wohl nicht ausgehalten hätte. Und selbst jetzt, da ich darüber schreibe, spüre ich eine eigentümliche Rührung in mir aufsteigen. Ist es diese Ansammlung höchster Handwerkskunst, vielleicht auch von Grössensucht, von Gold, Keramik und Mosaiken, die mich derart überwältigt? Mich, den bescheidenen Menschen, der jedwedem Prunk doch eher abhold ist? War der Journalist und Schriftsteller Egon Erwin Kisch, als er beschloss, den Registan in Samarkand nicht zu beschreiben, vielleicht genauso unerklärlich hingerissen wie ich? Ich glaube es gern und werde mich für den Rest meines Lebens satt wissen, weil ich den Hunger meiner Augen nach diesem Anblick gestillt habe.

    Mit Sicherheit, dies als kleiner, aber nicht unwichtiger Nachtrag, haben Buchara mit seinen Monumentalbauten und die Oasenstadt Khiva genauso zu meiner Verzauberung beigetragen. Jedenfalls ist sie kolossal und kolossal anhaltend.

    Ich war froh, anschliessend an die Tage in Usbekistan in die landschaftlichen Weiten Kirgistans weiterreisen zu dürfen und dort, etwa am Son-Kul-See, auf rund 3000 Meter über Meer, vom Jurtencamp loszuwandern, hinaus in die grüne, baumlose und menschenleere Hügellandschaft, hinein in die eigenen Gedanken – und in ein neuerliches Staunen, jetzt über Landschaften, wie ich sie noch nie zuvor in meinem Leben gesehen hatte.

    Registan Platz in Samarkand

    Sottu-Bulak-See

    Jurtencamp